Kinderzahnheilkunde

Mit Geduld und Einfühlungsvermögen kümmern wir uns intensiv um unsere kleinen Patienten, denn der erste Besuch beim Zahnarzt ist eine neue und ungewohnte Erfahrung.

Wir nehmen uns die Zeit, die nötig ist, damit bei unseren kleinen Patienten die Angst schwindet und führen sie spielerisch an die Zahnbehandlung heran.

Wenn Kinder mit einem Lachen zum Zahnarzt gehen und die Ordination auch wieder mit einem Lachen verlassen, dann haben wir unser Ziel erreicht.

In welchem Alter soll ich mit dem Zähneputzen anfangen?

Diese Frage ist ganz einfach zu beantworten: Sobald der erste Zahn da ist!

Dabei sollte schon bei Säuglingen der erste Zahn frei von Belägen gehalten werden. Dies kann durch ein Wattestäbchen, einen feuchten Waschlappen oder eine weiche Kinderzahnbürste erreicht werden. Grundsätzlich sollten sich Kinder bis zu einem Alter von 7-9 Jahren nicht alleine und ohne Aufsicht die Zähne putzen. Auch wenn der gute Wille Ihres Kindes vorhanden ist, es fehlt im Kindesalter noch an Fingerfertigkeit und Geschicklichkeit. Oft vergessen die Kinder eine Seite zu putzen, ohne es überhaupt zu merken. Kleinkinder putzen oft ausgiebig und leidenschaftlich Ihre Zunge.

Deswegen raten wir Ihnen, dass Sie die Zähne nach dem Putzen immer noch einmal kontrollieren und dann selber noch nachputzen.

Wann sollte der erste Zahnarztbesuch stattfinden?

So früh wie möglich, am besten mit dem ersten Zahn. Es geht bei diesem Termin natürlich noch nicht um eine richtige Zahnbehandlung sondern darum ihr Kind an die Zahnarztsituation langsam heranzuführen.

Des Weiteren möchten wir Ihnen als Eltern Empfehlungen geben wie Sie die Mundgesundheit Ihres Kindes optimal unterstützen können. Es gibt leider immer noch viele Kleinkinder die schon weit vor Ihrem 3. Geburtstag von Karies befallen sind. Auch Fragen zum Schnuller, Flasche, Anwendung von Fluoriden, Zahnfehlstellungen und Ernährung beantworten wir an diesem Vorsorgetermin gern. Bei regelmäßigen Folgebesuchen vier Mal im Jahr können wir mit Ihrem Kind eine positive Beziehung aufbauen und auftretende Probleme frühzeitig erkennen und viel leichter behandeln. Ihr Kind soll gern wiederkommen und nicht weil es ein “Loch” hat, zum Zahnarzt müssen.

Wie läuft der erste Termin bei uns ab?

Beim ersten Termin haben Sie und Ihr Kind die Möglichkeit uns und unsere Ordination kennen zulernen und Vertrauen aufzubauen.Wecken Sie positiv die Neugierde Ihres Kindes auf das kommende Erlebnis Zahnarztbesuch z.B. "Du kannst dich freuen, das wird lustig".

Gestalten Sie den Tag des Zahnarztbesuches frei von Belastungen und sorgen Sie dafür, dass Sie und Ihr Kind ausgeruht ist. Als Positiv hat sich ein Termin am Vormittag erwiesen. Vermeiden Sie unbedingt beruhigend gemeinte Formulierungen wie: "Du brauchst keine Angst haben, es tut bestimmt nicht weh." Sagen Sie lieber:" Das wird lustig, heute werden Deine Zähne sauber geputzt. Da kannst Du Dich drauf freuen."

Falls Ihr Kind fragt, ob eine Zahnbehandlung weh tut, ist es viel geschickter zu antworten: "Die meisten Kinder sagen es rumpelt und kitzelt ein wenig."

Trotz aller Vorbereitungen ist ein Zahnarztbesuch für Ihr Kind neu und ungewohnt.

Deswegen findet bei diesem ersten Termin noch keine Behandlung statt, sondern ausschließlich die zahnärztliche Diagnose und eine ausführliche Beratung. Außerdem werden der Behandlungsbedarf Ihres Kindes und seine Bereitschaft zur Mitarbeit eingeschätzt.

Unser Ziel ist es, dass der erste Zahnarzttermin für unsere kleinen Patienten eine angenehme Erfahrung ist und sie somit Vertrauen zu uns aufbauen können.

bild - junge mit zahnbürste

Warum sollte man Milchzähne Überhaupt reparieren, wenn sie später durch bleibende Zähne ersetzt werden?

Die leider noch weit verbreitete Meinung, dass Milchzähne nicht wichtig seien, weil sie frühzeitig ausfallen und durch die bleibenden Zähne ersetzt werden ist aus zahnärztlicher Sicht einfach falsch. Gesunde Milchzähne sind sehr wichtig, und Voraussetzung für gesunde Zähne im Erwachsenenalter!

Ihr Kind benötigt gesunde Milchzähne zum kauen, sprechen und nicht zuletzt zum Lachen. Und das, länger als die meisten Eltern glauben. Denn obwohl die Schneidezähne schon bei den meisten Kindern mit ca. 6 Jahren ausgewechselt werden, dauert es bei den Backenzähnen meistens bis zum 12. Lebensjahr oder auch länger.

Milchzähne sind in dieser Zeit wichtige Platzhalter für die bleibenden Zähne. Ein vorzeitiger Milchzahnverlust kann zu erheblichem Platzverlust für die bleibenden Zähne führen und dieser kann oft nur mit kieferorthopädischen Maßnahmen (Zahnspangen) mühsam und kostspielig wieder gewonnen werden.

Allerdings, "unter Eiter stehende" Milchzähne sind keine gesunden Platzhalter mehr. Zerstörte, nicht reparable Milchzähne sollten entfernt werden, um das Immunsystem nicht zu belasten und eine gesunde Mundflora wiederherzustellen. In solchen Fällen werden wir Ihrem Kind einen hygienischen Platzhalter anfertigen, um Zahnfehlstellungen zu vermeiden.

Karies verursacht wie im bleibenden Gebiss auch bei Milchzähnen Schmerzen und Entzündungen. Außerdem bildet sich auf kariösen Milchzähnen schneller Zahnbelag, in dem sich Kariesbakterien vermehren, andere Zähne anstecken und die später durchbrechenden bleibenden Zähne gefährden. Unser Ziel ist es durch frühzeitige und kompetente Behandlung dies zu vermeiden.

Ein gesundes und vollzähliges Milchgebiss ist daher die beste Voraussetzung für gesunde zweite Zähne und ein selbstbewusstes Lachen vom ersten bis zum letzten Milchzahn. Wir unterstützen Ihr Kind bei regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen mit unserem Prophylaxeangebot dabei. Dies ist der neueste Stand der Kinderzahnheilkunde.

Nun die wichtigste Frage: Tut das weh?

Zahnbehandlung soll möglichst schmerzfrei sein. Um bei einer umfangreichen Behandlung Schmerzen zu vermeiden müssen wir manchmal die Zähne "einschlafen lassen"(Lokalanästhesie).
Unser Schlafwasser wirkt schnell und schon nach einer Minute kann mit der Therapie des kranken Zahnes begonnen werden.

Wichtig ist: Das Kind darf ein bis zwei Stunden nach der Behandlung nichts essen. Bitte achten Sie besonders darauf, dass sich Ihr Kind nicht in die Lippe oder Wange beißt.
Diese Verletzung können oftmals schwer und schmerzhaft sein. Das Taubheitsgefühl ist irritierend und unangenehm.
Erklären Sie Ihrem Kind, dass die Zähne schlafen und von allein bald wieder aufwachen.

Ist Amalgam im Milchgebiss noch zeitgemäß?

Viele Jahre wurden Milchzähne entweder gar nicht, ("Die fallen sowieso aus") oder mit quecksilberhältigen Amalgamfüllungen versorgt. Neben der möglichen Gesundheitsgefährdung  gibt es auch ästhetische Gründe die gegen Amalgam sprechen. Die Krankenkassen erstatten nach wie vor nur die Amalgamfüllung, Alternativen zu Amalgam werden nur mit dem Preis für eine Amalgamfüllung bezuschusst. Wir finden: Schon der Verdacht ist schlimm genug. Bei uns bekommt kein Kind Quecksilber in den Mund.

Welche alternativen zu Amalgam gibt es?

Zemente: Sie werden ebenfalls wie Amalgam von der Krankenkassa übernommen. Der Zement an sich ist aber nicht so stabil wie Amalgam, und bricht gern im Bereich der Füllungsränder wieder aus, was zur Folge hat das die Füllung schneller wieder erneuert werden muss.

Kunststoff Füllungen: Aus diesem Grund werden jetzt vorzugsweise Composite “Kunststoff” -Füllungen verwendet, die den Körper nicht belasten, gut halten und ästhetisch ein großer Fortschritt sind. Sie bestehen aus Keramikpartikeln (60-75%) in einer organischen Füllmatrix. Mit den modernen Klebern und einer speziellen Fülltechnik halten sie oft ein Milchzahnleben lang.

Größter Beliebtheit erfreuen sich unsere bunten Füllungen. Die Kinder dürfen selbst entscheiden welche Farbe die neue Füllung bekommen soll und sind dadurch hoch motiviert die neuen bunten und glitzernden Zähne besonders gut zu putzen. Die bunten Füllungen geben sogar Fluoride ab, und schützen somit vor einer neuen Karies.

Stahlkronen: Auch tief karieszerstörte Kinderzähne versuchen wir zu retten. Hat ihr Kind sehr große Löcher können diese Zähne mit einer Stahlkrone versorgt werden. Der Zahn hat dadurch eine gute Chance seine Platzhalterfunktion bis zum natürlichen Zahnwechsel zu erfüllen. Kinderkronen gibt es in weiß für die Frontzähne und silberfarben für die Seitenzähne.

Was ist eine Versiegelung?

Alle Zähne mit Rillen (Fissuren) und Grübchen auf der Kaufläche sind anfällig für Karies. Mit einer Versiegelung erhalten diese besonders gefährdeten Stellen nach gründlicher Reinigung einen bleibenden Schutzlack. Der dünnflüssige, medizinisch unbedenkliche Lack wird auf den Zahn aufgebracht und mit einem speziellen Licht ausgehärtet. Diese Methode schützt Milchzähne und bleibende Zähne vor Karies. Bei Kindern mit hohem Kariesrisiko empfehlen wir diese zusätzliche Form der Kariesprophylaxe ganz dringend.

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